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Fake News und Hate Speech im Alltag von Jugendlichen

01.08.2022
Zielgruppe: Lehrkräfte und Medienscouts
Bildung in der digitalen Welt

Jugendliche zwischen zwölf und 19 Jahren stoßen regelmäßig auf Fake News und Hate Speech im Netz. Der Hass richtet sich nach Erfahrung der Jugendlichen insbesondere gegen die Sexualität von Menschen sowie gegen das Erscheinungsbild. Dabei nehmen Jugendliche einen deutlichen Einfluss von Hate Speech auf die Gesellschaft und auch das eigene Handeln wahr. Dies sind Ergebnisse der „JIMplus Fake News und Hatespeech“, einer Zusatzstudie zur Studienreihe Jugend, Information, Medien (JIM), die im Juli 2022 veröffentlicht wurde.

Hasserfüllte Kommentare werden vor allem auf den bei Jugendlichen beliebten Plattformen Instagram, TikTok, YouTube und WhatsApp wahrgenommen. Dabei nehmen Jugendliche einen deutlichen Einfluss von Hatespeech auf die Gesellschaft und auch das eigene Handeln wahr. Ein Drittel der Jugendlichen gibt bspw. an, aus Angst vor negativen Reaktionen seine Meinung nicht mehr öffentlich zu posten.

Dies sind Ergebnisse der „JIMplus Fake News und Hatespeech“, einer Zusatzstudie zur Studienreihe Jugend, Information, Medien (JIM), die im Juli 2022 veröffentlicht wurde. Ziel war die Erfassung individueller Wege zur Informationsbeschaffung sowie die Wahrnehmung und der Umgang mit Fake News und Hatespeech im Netz. Die Studienergebnisse sind als Chartbericht unter www.mpfs.de abrufbar. 

Fake News werden von Jugendlichen als falsche Informationen, die vorsätzlich als wahre dargestellt werden und vor allem im Internet verbreitet werden, definiert. Die Mehrheit der Befragten nimmt Fake News mindestens gelegentlich wahr, besonders in Bezug auf Corona und Personen des öffentlichen Lebens. Ob eine Nachricht stimmt oder nicht, wird vor allem daran gemessen, ob auch andere Quellen darüber berichten. Jede/-r Zweite fragt im Zweifel seine Eltern, ob fragwürdige Inhalte stimmen können. Kennzeichnungen, wie ein blauer Haken oder die Zahl der Follower*innen sind für Jugendliche per se eher kein Anzeichen für Glaubwürdigkeit. Wichtig ist die Quelle der Nachricht, beispielsweise formulierte ein 15-Jähriger Junge: „An bestimmten Kanälen braucht man nicht zu zweifeln, nur weil sie auf TikTok sind.“ Trotz Wahrnehmung von Falschnachrichten, wird selbst aktiv kaum etwas gegen Fake News unternommen. Ignorieren ist die verbeiteste Handlungsstrategie. 

Drei Viertel der Jugendlichen nehmen zumindest selten Hatespeech im Internet wahr. Knapp jede/-r Fünfte gibt zu, auch selbst schon einmal einen abwertenden oder beleidigenden Post abgesetzt zu haben. Trotz der Relevanz wurde bei einem Viertel der Jugendlichen das Thema Hatespeech in der Schule bislang nicht behandelt.

Wie bei Fake News zeigt sich auch bei Hatespeech trotz ausgelöster Emotionen wie Wut, Traurigkeit sowie der Motivation etwas zu unternehmen, dann eine Diskrepanz zur Handlung. Hatespeech wird oft ignoriert, insbesondere wenn niemand aus dem eigenen Bekanntenkreis betroffen ist. Bei Hassrede im persönlichen Umfeld verarbeiten Jugendliche diese am ehesten mit nahestehenden Personen, blockieren den/die Absender*in oder ignorieren sie. 

Angesichts der hohen Alltagsrelevanz dieser Probleme zeigt die vertiefende Untersuchung einerseits die Bedeutung eines kompetenten Umgangs mit problematischen Inhalten im Netz sowie die Förderung von Medienkompetenz bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. 


Download der Studienergebnisse

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